Schulsozialarbeit in Borchen: Wir bleiben dran mit klarer Forderung nach mehr Unterstützung für die Schülerinnen, Eltern, Lehrerinnen und die Sozialarbeiterinnen

Der Bedarf nach mehr Schulsozialarbeit war deutlich benannt – von den Schulsozialarbeiter*innen, Schulleitungen und den Lehrer*innen. Und doch wurde unser Antrag von der Koalition aus CDU und Grünen abgelehnt, die Stellenzahl um eine halbe Stelle auszuweiten. Unser Ziel war es, die Schulsozialarbeit langfristig zu stärken und so Schüler*innen verlässliche, qualifizierte Unterstützung zu bieten – insbesondere in herausfordernden Lebenssituationen.
Fachlicher Mehrbedarf an Schulsozialarbeit wurde für Borchen klar herausgestellt
Im Schul‑, Sozial- und Kulturausschuss (SKJS) im Dezember 2025 schilderten die Borchener Schulsozialarbeiterinnen Frau Vier und Frau Lütkemeier eindrücklich, dass der aktuelle Personalumfang nicht mehr ausreicht, um den wachsenden Anforderungen gerecht zu werden.
- Bereiche wie:
- psychosoziale Unterstützung
- Konfliktprävention
- Elternarbeit
- Integrationsaufgaben
haben in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Der Mehrbedarf wurde fachlich nachvollziehbar und eindeutig dargestellt. Auf dieser Grundlage stellten wir unseren Antrag zur Aufstockung – eine Investition in die Zukunft der Schüler*innen, die dringend notwendig ist, um Schulen, Eltern, Lehrkräfte und vor allem die Kinder zu entlasten.
Diskutierte Alternativen greifen zu kurz
Anstatt dem begründeten Antrag auf Erhöhung von 1 Stelle auf 1,5 zu zustimmen, wurden stattdessen im Rat unter anderem ein Vorschlag der CDU diskutiert, den Mehrbedarf durch Praktikantinnen, Praktikanten oder Trainees abzufedern. Wir haben diese Idee sorgfältig geprüft und sehen darin grundsätzlich eine ergänzende Unterstützungsmöglichkeit. Dennoch bleibt für uns klar, dass solche Maßnahmen überhaupt nur unterstützend durchgeführt werden können, grundsätzlich jedoch nicht den Mehrbedarf lösen:
Niederschwellige Zusatzangebote ersetzen keine qualifizierte Schulsozialarbeit!
Schulsozialarbeit lebt von Kontinuität, fachlicher Kompetenz und vertrauensvollen Beziehungen. Kurzfristige, wechselnde Hilfen können das nicht leisten.
Ablehnung unseres Antrags – trotz klarer Faktenlage und deutlich gekennzeichnetem Bedarfs
Trotz der eindeutigen fachlichen Hinweise sowohl der Schulsozialarbeit*innen, der Lehrer*innen sowie von Schulleitungen und des damit nachgewiesenen Bedarfs wurde unser Antrag von CDU, Bündnis 90/Die Grünen und der AfD gemeinschaftlich abgelehnt.
Wir haben für diese Entscheidung kein Verständnis.
Gerade in einer Zeit, in der die Herausforderungen an Schulen stetig wachsen, ist eine stabile und professionelle Schulsozialarbeit wichtiger denn je und sollte deutlich priorisiert werden.
Wir geben nicht auf – nächste Schritte sind eingeleitet
Da unser erster Antrag keine Mehrheit fand, haben wir konsequent den nächsten Schritt eingeleitet. Nachdem im Rat weiterhin der Eindruck entstand, der Bedarf soll schlicht und einfach wegdiskutiert werden, wollen wir den Druck nun erhöhen. Wir haben die Verwaltung beauftragt, eine fundierte Bedarfsermittlung zur Schulsozialarbeit an den Borchener Schulen vorzunehmen. Mit einer solchen Evaluation vergeht zwar wichtige Zeit – zugleich setzen wir uns für die Schüler*innen weiter ein. Die Koalition aus Schwarz/Grün kann sich damit nicht länger hinter einer etwas vorgeschoben wirkenden Debatte verstecken, deren Ziel und Grund wir bei dieser Faktenlage nicht nachvollziehen können.
Um den Bedarf neutral und nicht ausweichbar nachzuweisen, sollen die Schulen selbst sowie weitere fachkundige Stellen einbezogen werden.
Unser Anspruch bleibt unverändert:
Entscheidungen zur Unterstützung junger Menschen müssen auf Fakten basieren – nicht auf Bauchgefühl, Hoffnung oder Scheindebatten, dass bestehende Ressourcen schon irgendwie reichen und geprüft werden müssten.
Wir werden den Prozess der Evaluierung aktiv begleiten und uns weiterhin dafür einsetzen, dass Borchens Schulen die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Unser Fazit
Die Anforderungen an Schulsozialarbeit steigen – und damit auch die Verantwortung der kommunalen Politik.
Wir als FWB stehen weiterhin für eine zukunftsorientierte, fachlich fundierte und verlässliche Schulsozialarbeit ein.
Wir bleiben an dem Thema dran.

