05/31/2016

Pressemitteilung der Interessengemeinschaft Lärmschutz A33 vom 31. Mai 2016

Die "Interessengemeinschaft Lärmschutz A33" zum Stand der Dinge

Ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts war 2011 der Auslöser dafür, dass sich wieder verschiedene Gruppen gegen den Autobahnlärm in Borchen engagieren. Die Anwohner einer Straße, so die Richter in dem Verfahren, können bis zu 30 Jahre nachträglich einen Lärmschutz verlangen, wenn bei der Planung von zu geringen Verkehrszahlen und damit von zu geringen Geräuschpegeln ausgegangen wurde.

Mehr als 350 Haushalte beantragen Lärmschutz

Mehr als 350 Haushalte folgten der Aufforderung der Freien Wählergemeinschaft Borchen, der sich gründenden Bürgerinitiative und der SPD, Anträge für einen nachträglichen Lärmschutz zu stellen und warten seitdem auf die Bearbeitung durch die Bezirksregierung Detmold.
Verantwortlich für den Lärm sind vor allem zum Einen die Windrichtung und -stärke, zum Anderen auch die Luftfeuchtigkeit. Im Gegensatz hierzu steht die Behörden-Formel, nach der die Bewilligung von Lärmschutz ausschließlich an die Menge der Fahrzeuge gebunden ist.

Dieser Artikel soll weder eine Doktorarbeit sein, noch den Leser dazu nötigen, nach fünfmaligem Lesen immer noch nicht alles verstanden zu haben, ohne weitere Recherchen durchzuführen. Fakt ist jedoch, dass wir jedes Mal, wenn wir die Erkenntnisse, die in hunderten von Stunden zusammengetragen sind, mit Fachleuten (auch von den zuständigen Behörden) diskutiert haben, immer nur hörten, dass sie stimmen. Genau das hat uns auch bis heute ermutigt weiterzumachen.

Uralte Berechnungsformel zur Lärmermittlung

Leider werden die Maßnahmen, an denen die Bewilligung von Lärmschutz hängt, nach einer "uralten" Formel, die seit 1990 gilt, erteilt. Natürlich ist auch verständlich, dass die Behörden eine Richtlinie benötigen, um überhaupt in "angemessen" Zeiträumen etwas entscheiden zu können. In dieser Formel spielt das durchschnittliche Verkehrsaufkommen die Hauptrolle, alle anderen Faktoren sind, falls sie überhaupt vorkommen, mit einer kleinen Konstante berücksichtigt, oder fallen ganz unter den Tisch.

Dummerweise sind diese Faktoren das Hauptproblem in Borchen. Aufgrund der topographischen Gegebenheiten ist es nun mal so, dass nicht nur die Anwohner, die in der ersten oder zweiten Reihe zur Autobahn wohnen, den Lärm hören, sondern dieser mal links oder rechts der Autobahn weit in die Kommune hineingetragen wird.

Störende Lärmspitzen entfallen bei Durchschnittsbetrachtung

Der Grundpegel des Autobahnlärms kann zwar schon sehr störend sein, weitaus störender sind jedoch die Lärmspitzen, die bei der Durchschnittsbetrachtung durch die Behörde weniger eine Rolle spielen. (Jeder kann vor einem "laufenden" Fernseher einschlafen, aber sobald es an der Haustür läutet werden wir wach.)

In besonderen Fällen kann gegen den Lärm eventuell mehr getan werden, als die momentan angewendete Formel hergibt. Hierzu wird aber vor allem die Hilfe der Politik benötigt. Sehr positiv sei an dieser Stelle angemerkt, dass der Rat der Gemeinde Borchen geschlossen hinter der Interessengemeinschaft steht und mit nach einer realisierbaren Lösung für alle Borchener sucht.
Die kostengünstigste Variante, die auch am schnellsten zu realisieren wäre, um die Situation zu verbessern, ist unserer Meinung nach ein Tempolimit. Ob ein Tempolimit dann generell gilt, zeitlich begrenzt (z.B. nachts) ist, oder noch von in Echtzeit gemessenen anderen Faktoren, z.B. Windstärke, gelten soll, ist zu erwägen. Tatsache ist, dass die Hövelhofer, die sich während der Bauphase an der A33 an geringeren Lärm durch ein Tempolimit in den Baustellen gewöhnt hatten, nach Aufhebung der Baustellen, mehr als enttäuscht sind von der nun "verbesserten" Situation gegenüber früheren Zeiten.

Tempolimit beantragt

Ein mögliches Tempolimit auf 130 km/h wurde kürzlich gemeinsam von der Freien Wählergemeinschaft, der FDP und der Bürgerinitiative bei der Bezirksregierung beantragt. Ebenso wie bei den Anträgen auf nachträglichen Lärmschutz ist hier seitens der Behörde leider bislang nicht mehr als eine Bestätigung des Eingangs erfolgt.

Gerne sind wir bereit, interessierten Bürgern die genauen Zusammenhänge zu erläutern. Wer aber kein Interesse an Ausrücken wie Mit- oder Gegenwind, aus der Schallwetterberechnung, (die behördlich z.B. bei Schießübungen der Bundeswehr eingesetzt wird,) hat, der sollte nur wissen, dass wir uns weiterhin dafür stark machen den Lärmpegel auf ein erträgliches Maß zu senken.

Im Detail heißt das, dass wir uns für das schon

    angesprochene Tempolimit (wie auch immer) einsetzen,
    eine Sanierung der Brückenfuge ("Klack-Klack") und
    ein Monitoring, also die Dokumentation einer Langzeitmessung    (Beweislast, der besonderen Umstände, erbringen),

einsetzen, um den Lärmbelastung, die sich auf jeden Fall besseren wird, auf ein Minimum zu senken.

Seitens der Bezirksregierung Detmold wurde für Borchen eine Informationsveranstaltung in Aussicht gestellt, die nach Abschluss der Berechnungen, den Bürgern die Ergebnisse und die daraus resultierenden Maßnahmen vorstellen wird. Dieser Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Die Interessengemeinschaft A33 dankt dem Rat der Gemeinde, insbesondere Frau Claudia Pagel FWB, den Herren Karl Heinz Baumhögger CDU ( Erstellen der Resolution), Hartmut Oster Bündnis90/Die Grünen und Dr. Marcel Welsing FDP für die Unterstützung.

Die Interessengemeinschaft A33 Borchen
 
Herbert Galle, Carsten Koch , Willy Poggenpohl



 

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