24.10.2017

Wenig Öffentlichkeit, mehr Lärm
– Planungen zur neuen Umgehungsstraße offenbar weit fortgeschritten?

Trassenverlauf Umgehungsstraße Nordborchen
Ist es der Verlauf oder ist er es nicht - Im Umlauf befindliche Karte des Trassenverlaufs

Die Planungen zur neuen Borchener Umgehungsstraße sind offenbar weit fortgeschritten, sind die Freie Wählergemeinschaft (FWB) und die FDP Borchen überzeugt. „Wir erfahren aus den Medien und von Landbesitzern, dass bereits sehr konkrete Grundstücksverhandlungen geführt werden.

Karte mit Trassenverlauf

Eigentümer haben uns sogar eine Karte mit einem Trassenverlauf präsentiert, die sie von der Gemeinde in den Verhandlungen bekommen haben sollen“, so Carsten Koch (FWB) und Dr. Marcel Welsing (FDP) in einer Stellungnahme. Zu sehen ist auf der Karte eine Trasse von Nordborchen nach Kirchborchen mit Anschluss an die Schützenstraße, die Wegelange, die Kreuzricke, den Dahlbergweg und die Bachstraße. „Der dabei nahe Verlauf an den Wohngebieten vorbei, wäre aus unserer Sicht aus Lärmgründen sehr bedenklich“, betonen FWB und FDP.

Flächenkauf ohne Trassenverlauf

Der Bürgermeister habe vom Rat den Auftrag, die Planungen voranzutreiben. Dies bedeute, dass ein Planer verschiedene Streckenalternativen vorstelle und der Rat dann ein weiteres Vorgehen inklusive Grundstücksverhandlungen freigebe. „Sollte - wie auch in den Zeitungen berichtet - bereits jetzt über Flächen verhandelt werden, hätte der Rat später keinen Einfluss mehr auf die Planungen. Wie soll in den zuständigen Gremien ergebnisoffen über den Straßenverlauf diskutiert werden, wenn die Flächen dann schon verhandelt sind? Nach welchem Prinzip wird überhaupt mit Eigentümern verhandelt, wenn der detaillierte Verlauf doch angeblich noch gar nicht feststeht?“, kritisieren FWB und FDP die Ihrer Ansicht nach wenig transparent wirkende Vorgehensweise. Völlig offen sei auch die rechtliche Realisierbarkeit einer Trasse mit diesem Verlauf, da unter anderem nach Straßen- und Wegeercht umfangreiche Umweltverträglichkeitsprüfungen durchzuführen seien.

Ziel muss geringstmögliche Belästigung der Bevölkerung sein

„Es gibt zahlreiche Fragestellungen zum Trassenverlauf. Zu diskutieren wäre z. B. ein Trassenanschluss am Knocken statt in der S-Kurve, eine Verlegung der S-Kurve oder auch eine Anbindung an die Dörenhagener Straße“ zeigen Koch und Welsing auf. „Bei einem für Borchen so bedeutenden Projekt ist die einfachste und kostengünstigste Trasse nicht die Priorität, sondern es muss eine in jeder Hinsicht möglichst wenig belastende Trassenführung her“ machen Koch und Welsing deutlich. „Die auf der Karte gezeigte Umgehungsstraße wird den Verkehr vieler Borchener Straßen bündeln und damit die Belastungen nicht verringern, sondern gerade die zum Teil unter 150m entfernt liegenden Wohngebietete in die Lärmzange nehmen. Sollte eine sinnvolle, anders verlaufende Trasse nicht möglich sein als die uns zugespielte Version, werden wir als FWB/FDP diese aus Rücksicht auf die östlichen Siedlungsbereiche Nord- und Kirchborchens nicht mittragen. Dass bei vielen Bürgerinnen und Bürgern bereits jetzt der Eindruck entstanden ist, dass diese Straße unter Ausschluss der Öffentlichkeit festgezurrt wird, ist für uns ein Ansporn, die Planungen noch intensiver und kritischer zu begleiten“.

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