07.07.2016

Freie Wählergemeinschaft, FDP und Bürgerinitiative hoffen auf langfristig wirksamen Lärmschutz

Die Freie Wählergemeinschaft Borchen, die FDP und die Interessengemeinschaft gegen den Autobahnlärm fiebern der am 7. Juli stattfindenden Infoveranstaltung über die geplanten Lärmschutzmaßnahmen an der A33 mit Spannung entgegen. Erst kürzlich war dieser Termin von der zuständigen Bezirksregierung in Detmold angekündigt worden. Was umgesetzt werden soll, ist bisher nicht bekannt.

Für das Dreierbündnis, das sich zusammen mit der CDU, den Grünen, zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern und der SPD für eine Verbesserung des Lärmschutzes einsetzt, sind mit diesem Termin große Hoffnungen verbunden. Versuche, die Situation für die Borchener Ortsteile zu verbessern, hatte es seit Planung der Autobahn schon viele gegeben.

Rechtsanspruch auf nachträglichen Lärmschutz.

Doch erst vor fünf Jahren hatte eine Initiative in Wewer einen Weg gefunden, einen Rechtsanspruch auf nachträglichen Lärmschutz durchzusetzen. 330 Borchener Haushalte beteiligten sich mit Anträgen an die Detmolder Behörde und wiesen daraufhin, dass bei der Planung der A33 falsche Verkehrsprognosen zugrunde gelegt worden waren.„Der alleinige Maßstab für die Lärmschutzmaßnahmen muss sein, dass sie langfristig wirksam und vor allem auch den besonderen Borchener Bedingungen gerecht werden“, so die gemeinsame Forderung der Freien Wählergemeinschaft, der FDP und der Bürgerinitiative.

Besonderen Borchener Bedingungen sind zu berücksichtigen.

„Zu den Hauptproblemen gehört, dass die Autobahn höher als der Ort liegt und der Schall je nach Windrichtung viel weiter als gewöhnlich getragen wird“. Die Autobahnauffahrt in Borchen-Alfen, die bislang nicht in die Schallschutzmaßnahmen einbezogen ist, gehört zu den weiteren Problemfeldern. Der Wind trage hier die Verkehrsgeräusche an den bestehenden Schutzwänden vorbei weit in die Wohnbebauung hinein. Regelmäßige Messungen der Initiative haben teilweise über 60 Dezibel Nachtpegel ergeben und liegen damit weit über den zulässigen Grenzwerten, die als gesundheitsgefährdend gelten. Für die Berechnung der kommenden Lärmschutzmaßnahmen, so stellt die Bürgerinitiative fest, wird mit der RLS 90 ein vergleichsweise altes Berechnungsverfahren angewendet, dass Lärmquellen vereinfacht und für Borchen realitätsfern zusammenfasst. So werden die als besonders störend empfundenen Lärmspitzen nur als Durchschnittswert berücksichtigt und kommen so in der Betrachtung kaum noch vor. „Man stelle sich einmal vor“, so Herbert Galle von der Bürgerinitiative, „man würde Hochwasserschutz nur nach dem Durchschnittswert und nicht nach dem Spitzenpegel auslegen“.

Was zu tun ist.

„Um die Situation in Borchen auch über den Autobahnlückenschluss hinaus langfristig zu verbessern“, so sind die Freie Wählergemeinschaft, die FDP Borchen und die Bürgerinitiative überzeugt, „sollte die bestehende Schutzwand zwischen Nordborchen und Alfen erhöht und auf beiden Seiten auf die gleiche Höhe angepasst werden. Damit der Lärmschutz wirken kann, muss auch die Autobahnabfahrt Alfen in diese Wand integriert und umschlossen werden. Zur Verbesserung führt auch ein Tempolimit auf 130km/h, dass die als besonders störenden Lärmspitzen beseitigt“.

 

Zurück zu Aktuelles/News