03/28/2016

Tempo 130 gegen den A33-Autobahnlärm

Für die Anwohner der Autobahn soll es endlich ruhiger werden, so das Ziel der Freien Wählergemeinschaft Borchen, der FDP und der Bürgerinitiative gegen den Autobahnlärm. In einem gemeinsamen Antrag fordern sie nun die Bezirksregierung Detmold auf, die bestehenden rechtlichen Möglichkeiten zu nutzen und im Abschnitt zwischen Paderborn-Mönkeloh und Borchen-Etteln in einem ersten Schritt ein Tempolimit auf 130km/h einzuführen. 

Es ist deutlich zu laut

Seit der Planung der Autobahn habe sich das Verkehrsaufkommen vervielfacht und auch die damaligen Prognosen seien deutlich zu niedrig ausgefallen. Mit dem damit einhergehenden Dauerlärm habe sich die Lebensqualität der Borchener Bevölkerung verschlechtert. Wie deutlich der Wunsch auf eine verbesserte Lärmsituation bestehe, würden die mehr als 300 laufenden Anträge betroffener Haushalte auf nachträglichen Lärmschutz gut dokumentieren, die bei der Bezirksregierung in Detmold vorliegen.

kurzfristige Umsetzung eines Tempolimits ist möglich

Das Tempolimit, so die Argumentation der FWB, FDP und Bürgerinitiative, führe zusammen mit den erforderlichen baulichen Lärmschutzmaßnahmen – und nicht als deren Ersatz – zu einer Verbesserung der Lärmsituation. Insbesondere die immer wiederkehrenden und als besonders störend empfunden Lärmpegelspitzen oberhalb der 130km/h würden durch die abgesenkte Geschwindigkeit entfallen und zu einer ersten Absenkung des Geräuschpegels führen. Starkes Beschleunigen und „Schwung holen“ auf dem Abschnitt zwischen Etteln und Borchen sei mit dieser Regelung nicht mehr möglich. Der dann gleichmäßigere Lärm ohne die zusätzlichen Lärmspitzen wäre für die Anwohner weniger störend und besser zu ertragen.

Eine kurzfristige Umsetzung der Maßnahme sei möglich, da dazu nur die bereits bestehende Geschwindigkeitsreduzierung im Bereich Paderborn-Mönkeloh bis Borchen-Etteln erweitert werden müsse. Die rechtliche Grundlage dazu sei in der Lärmschutzrichtlinie Stv zu finden. 

Errechnete Situation würde sich endlich der Realität annähern

Das Bündnis stellt weiterhin fest, dass mit Einführung von Tempo 130 vor allem die Lärmspitzen entfallen, die „aus unerklärlichen Gründen“ in der RLS 90 nicht berücksichtigt werden, so dass mit diesem Maßnahme die tatsächliche Situation sich endlich der errechneten Situation annähern würde. 

„Lärm macht krank und ist ein erhebliches Gesundheitsrisiko“, so Carsten Koch für die FWB, FDP und Bürgerinitiative. „Mit mehreren aufeinander abgestimmten Maßnahmen wie unter anderem diesem Tempolimit kann die Situation in Borchen nachhaltig erträglicher werden“.

Anträge können noch gestellt werden

Im Zusammenhang mit der Forderung nach einem Tempolimit weist die Freie Wählergemeinschaft daraufhin, dass weiterhin Anträge für nachträglichen Lärmschutz an die Bezirksregierung in Detmold gestellt werden können. Vor allem Immobilienbesitzer, deren Häuser zum Zeitpunkt des Autobahnbaus bereits fertiggestellt oder bereits genehmigt waren, können mit ihrem Antrag zu einem aktiven Lärmschutz beitragen. Das Formular kann auf www.fwb-borchen.de heruntergeladen werden. Für die Antragsteller entstünden weder Kosten noch seien Nachteile zu befürchten. Im schlechtesten Fall würde dieser abgelehnt. Je höher allerdings die Anzahl der bewilligten Anträge, umso höher sei die Chance, dass ein aktiver Lärmschutz in Form einer höheren Lärmschutzwand umgesetzt werden müsse. 

Bereits seit 2012 hat die FWB mit mehreren Bürgerbriefen und Infoständen für die Anträge geworben. Weit mehr als 300 Stück sind inzwischen bei der Bezirksregierung eingegangen und werden seitdem bearbeitet. FWB, FDP und Bürgerinitiative freuen sich weiterhin über die große Bürgerbeteiligung. Nach Einschätzung des Bündnisses ist mit einem verbesserten Lärmschutz zu rechnen, der sich über das Gebiet zwischen Nordborchen bis hinter die Autobahnabfahrt Alfen erstrecken müsse. Ein Informationstermin der Bezirksregierung mit ersten Ergebnissen steht bereits seit länger Zeit aus.

 

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